Reitschule soll ihre Struktur ändern

Die EVP ver­ur­teilt die Gewalt­ex­zesse um die Reit­schule und die Reak­tion der Reit­schule dar­auf klar. Wir for­dern, dass die Reit­schule ihre Ver­ant­wor­tung wahr­nimmt und ihre Struk­tu­ren so gestal­tet, dass es echte Ver­ant­wort­li­che gibt.

In der Stadt­rats­de­batte zur Reit­schule nach dem Gewalt­wo­chen­ende fol­gert die EVP, dass die Basis­de­mo­kra­tie keine taug­li­che Struk­tur für eine so grosse und viel­fäl­tige Kul­tur­in­sti­tu­tion ist - da sie sich nicht klar gegen Gewalt stellt und mit den Behör­den nicht zusam­men­ar­bei­tet. Sie for­dert, dass es in Zukunft Ver­ant­wort­li­che gibt, die die­sen Namen ver­die­nen.

Hier unsere Hal­tung im Detail:

Die EVP äus­sert sich hier­mit seit lan­gem wie­der­mal offi­zi­ell zur Reit­schule: Unsere grund­sätz­li­che Posi­tion bleibt: die Reit­schule ist ein grund­sätz­lich posi­ti­ver Ort der Krea­ti­vi­tät mit wich­ti­gen kul­tu­rel­len und kuli­na­ri­schen Ange­bo­ten. Wir begrüs­sen dies als Alter­na­tive zu den ande­ren stär­ker kom­mer­zi­el­len Ange­bo­ten. Darum hat die EVP in der Ver­gan­gen­heit auch alle Ver­su­che, die Reit­schule auf­zu­lö­sen abge­lehnt, wie bei­spiels­weise die 2010 zur Abstim­mung gelangte Initia­tive «Schlies­sung und Ver­kauf der Reit­schule» Letz­tes Jahr in den per­sön­li­chen Gesprä­chen mit IKUR-Vertreter/innen waren wir etwas skep­tisch, ob sie die Situa­tion im Griff haben, lies­sen uns aber letzt­lich von den Vertreter/innen über­zeu­gen, dass dies so ist. Und das hat eigent­lich soweit auch geklappt – bis letzte Woche. Heu­tige Hal­tung Die Steine vom letz­ten Wochen­ende – mein Koll­lege Mat­thias Stür­mer hat am Mon­tag einer der Wurf­ge­schosse gegen die Poli­zei ein­ge­sam­melt - haben nun bei uns zu einem Umden­ken geführt – wie zum Glück – zumin­dest im Moment - auch beim Gemein­de­rat. Unser Ver­trauen in die heu­ti­gen Lei­tungs­ver­ant­wort­li­chen bzw. die Basis­de­mo­kra­tie der Reit­schule ist lei­der nicht mehr aus­rei­chend vor­han­den. Diese mögen zwar die Gewalt­tä­tig­kei­ten von Sams­tag­nacht nicht sel­ber aus­ge­führt haben, haben aber auch nicht genü­gend dage­gen unter­nom­men. Gemäss Aus­sa­gen der Poli­zei wurde das Kon­takt­te­le­fon von den Zustän­di­gen in der Reit­schule im ent­schei­den­den Moment nicht bedient. Und die Tore wur­den nicht geschlos­sen als die Aus­schrei­tun­gen statt­fan­den. Beson­ders stö­rend ist für uns jedoch die Kom­mu­ni­ka­tion: dass Gewalt gegen­über der Poli­zei offen­bar tole­rier­bar ist, weil sie ja Prä­senz mar­kiert haben. – Aber hallo? Wenn die blosse Anwe­sen­heit einer Poli­zis­tin oder eines Poli­zis­ten im öffent­li­chen Raum eine Pro­vo­ka­tion dar­stel­len soll, dann passt das Staats­ver­ständ­nis die­ser Leute defi­ni­tiv nicht mit der Schweiz. Gewalt ist nicht tole­rier­bar – und das muss von der Reit­schule gemäss ihrem Mani­fest auch gezeigt wer­den. Was for­dern wir? Eine Schlies­sung, auch nur tem­po­rär, hilft nicht einen kon­struk­ti­ven Aus­weg zu fin­den. Da sind wir mit dem Gemein­de­rat einig. Und klar ist auch diese absurde Initia­tive von Erich Hess kein Lösungs­an­satz. Wir sind dank­bar für die sofor­ti­gen Kon­se­quen­zen, die der Gemein­de­rat beschlos­sen hat – als kla­res Signal, dass das Ver­hal­ten der Reitschul-Betreibenden zu weit ging. Es braucht aber noch mehr: Unse­rer Ansicht nach hat das Prin­zip der Basis­de­mo­kra­tie als anony­mes Lei­tungs­gre­mium ver­sagt. Wenn alle ver­ant­wort­lich sind, ist am Schluss nie­mand mehr ver­ant­wort­lich. Die Reit­schule ist als Insti­tu­tion zu gross, um als Basis­de­mo­kra­tie funk­tio­nie­ren zu kön­nen. Die Reit­schule soll als Kul­tur­zen­trum wei­ter exis­tie­ren, jedoch ver­tre­ten durch gewählte Per­so­nen, die mit ihrem Namen öffent­lich hin­ste­hen, Ver­hand­lun­gen mit der Stadt füh­ren, einen neuen Leis­tungs­ver­trag unter­zeich­nen und damit Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Wir wer­den des­halb ab sofort alle kon­struk­ti­ven Vor­stösse unter­stüt­zen, die eine reale Ver­bes­se­rung der Struk­tu­ren und Ver­ant­wort­lich­kei­ten bewir­ken.